
Arroz de Marisco (portugiesischer Meeresfrüchtereis)
Portugiesischer Meeresfrüchtereis mit Garnelen, Muscheln, Tintenfisch und Tomate

Reisgerichte sind äußerst vielfältig, denn je nach Sorte und Zubereitung verhält sich Reis ganz unterschiedlich. Langkornreis gart meist locker und körnig, während Rundkorn- und Klebreis von Natur aus stärker zusammenhalten und sich besser für cremige, gebundene oder klebrige Gerichte eignen. In manchen Rezepten dient Reis als zurückhaltende Grundlage für Saucen und weitere Zutaten. In anderen nimmt er beim Garen den Geschmack von Brühe, Würzzutaten und Fett auf. Wer im Voraus kochen möchte, sollte zudem wissen, welche Reisgerichte sich gut aufwärmen lassen und welche am besten direkt aus dem Topf oder der Pfanne serviert werden.
Als Reisgericht gilt jedes Rezept, bei dem gegarter Reis den Hauptbestandteil bildet und nicht nur als kleine Beilage dient. Das kann schlicht gegarter Reis mit weiteren Zutaten sein, aber auch Reis, der in gewürzter Flüssigkeit Geschmack annimmt oder so lange gart, bis er cremig oder breiartig wird. Der Begriff ist weder an eine bestimmte Länderküche noch an einen bestimmten Anlass gebunden. Auch die Konsistenz kann sehr unterschiedlich sein: Bei vielen Pilaw-Gerichten sollen die Körner locker und getrennt bleiben, bei Risotto-Varianten dagegen eine cremige Einheit bilden. Reis kann außerdem in Form gepresst und knusprig gebraten werden. Am meisten verraten die Reissorte und die verwendete Garflüssigkeit über ein Gericht. Sie bestimmen weitgehend, wie die Körner Geschmack aufnehmen und wie stark der fertige Reis zusammenhält.

Portugiesischer Meeresfrüchtereis mit Garnelen, Muscheln, Tintenfisch und Tomate

Cremiges Zitronen-Spargel-Risotto mit Butter und Parmesan

Klebreis mit Adzukibohnen und schwarzem Sesam gegart

Klebreis mit Kokos, serviert mit reifer Mango

Portugiesischer Seeteufelreis in Tomate und Weißwein geschmort

Paprika und Tomaten mit Kräuterreis gefüllt und gebacken
Für lockere, körnige Reisgerichte wird der Reis häufig zunächst gewaschen, um oberflächliche Stärke zu entfernen. Anschließend gart er mit einer genau bemessenen Menge Flüssigkeit, ohne dabei ständig gerührt zu werden. Bei cremigen Reisgerichten ist das Gegenteil erwünscht: Durch Rühren, schrittweise zugegebene Flüssigkeit oder von Natur aus stärkereichen Rundkornreis wird möglichst viel Stärke freigesetzt. Gerichte mit Klebreis oder Rundkornreis werden häufig gedämpft. Dabei entsteht eine zusammenhängende Masse, die sich formen oder in kleinen Portionen essen lässt. Für Reis mit knuspriger Kruste wird die unterste Schicht bei hoher Hitze und mit Fett gebräunt. So entsteht ein Kontrast zwischen der krossen Unterseite und den weichen Körnern darüber. Zu jeder Konsistenz passen andere Zutaten: Zarte Kräuter ergänzen lockeren Reis, während kräftige Schmorgerichte und geröstetes Gemüse gut mit cremigem oder gebackenem Reis harmonieren.

Zitronenreis mit Senfkörnern, Curryblättern und gerösteten Erdnüssen

Cremige rote Bohnen mit Andouille-Wurst auf Reis serviert

Gefüllte Weinblätter mit Kräuterreis, Pinienkernen und Korinthen

Cremiger Milchreis mit Kondensmilch, Zimt und Orangenschale

Hähnchenschenkel aus einem Topf mit Safranreis und Gemüse

Hähnchenreis mit Gurke, Kräutern und Fischsauce-Dressing.

Sushi-Reisschüssel mit Lachs, Thunfisch, Avocado und Gurke

Ofenreis mit Ziegenfleisch, Tomate, Brühe und Petersilie

Gemüse-Paella mit Safranreis, Artischocken und gerösteter Paprika

Safranreis mit Garnelen, Miesmuscheln und Tintenfisch gegart

Cremige Kidneybohnen mit Wurst, auf Reis serviert

Reisschüssel mit Pute, Gurke, Karotte und Sriracha-Mayonnaise.
Soll ein Reisgericht längere Zeit gut bleiben, eignen sich Varianten, die warm und nicht unbedingt sehr heiß serviert werden, etwa Reisaufläufe, Pilaw oder Reissalate. Cremige Reisgerichte, die beim Garen gerührt werden, können beim Abkühlen fester werden, weil die Stärke abbindet. Rezepte, bei denen zum Schluss noch etwas Brühe, Butter oder Käse hinzugefügt wird, sind daher häufig bereits auf das spätere Aufwärmen ausgelegt. Werden Reisgerichte mit einer saucenreichen Zubereitung serviert, kommt es darauf an, ob die Körner unter der Sauce locker bleiben oder sie aufnehmen sollen. Davon hängt ab, wann die einzelnen Bestandteile zusammenkommen. Bleiben Reis und weitere Zutaten bis zum Servieren getrennt, lässt sich ihre jeweilige Konsistenz besser bewahren. Gemeinsames Garen ergibt dagegen ein stärker verbundenes, eintopfartiges Gericht.
Reis nimmt den Geschmack von Würzzutaten besonders gut auf. Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Gewürze werden in Fett angeschwitzt oder angeröstet und geben ihr Aroma beim Garen an die Körner ab. Gerade bei gehaltvollen Reisgerichten sorgt etwas Säure zum Schluss für Frische, etwa ein Spritzer Zitronensaft, ein Löffel Joghurt oder eingelegtes Gemüse. Kräuter und geröstete Nüsse bringen frische Aromen und Biss ins Gericht, ohne es schwer zu machen. Auf mildem, lockerem Reis kommen kräftige Beilagen wie Currys, Chiliöl oder geschmortes Fleisch besonders gut zur Geltung. Ist der Reis selbst intensiv gewürzt, sorgen schlichte Beilagen wie gegrilltes Gemüse oder ein knackiger Salat für Ausgewogenheit.
Über die Länderküche lässt sich die Auswahl meist besonders schnell eingrenzen, da sich bevorzugte Reissorten und Zubereitungsweisen regional stark unterscheiden. Auch die Garmethode bietet eine gute Orientierung: Durch Dämpfen, Backen, Rühren oder Braten kann aus demselben Korn ein lockeres, cremiges oder knuspriges Gericht werden.

Spanischer Pisto mit Tomaten, Paprika, Zucchini und Spiegeleiern.

Glatt püriertes Spinatcurry mit Paneer.

Angebratenes Rumpsteak mit Knoblauchbuttergarnelen und Zitrone

Überbackene Makkaroni mit Käse und knusprigem Semmelbrösel-Topping

Murcianischer Tomatensalat mit Salzkabeljau und Oliven

Indonesisches Lammcurry in Kokosmilch mit Gewürzen gekocht

Knusprige Batata-Harra-Kartoffeln mit Knoblauch, Chili und Zitrone

Chicken Tinga auf knusprigen Tostadas mit Avocado und Crema
Durch das Waschen wird Stärke von der Oberfläche entfernt, sodass Langkornreis lockerer und körniger gart. Bei manchen Gerichten ist diese Stärke jedoch für eine cremige oder gebundene Konsistenz notwendig. Dort wäre Waschen nicht sinnvoll.
Rundkornreis gibt beim Rühren und durch die allmähliche Zugabe von Flüssigkeit Stärke ab. Diese verbindet sich mit Fett und Brühe zu einer cremigen Konsistenz, ganz ohne Sahne.
Nicht ganz. Klebreis ist eine eigene Reissorte, die beim Dämpfen stark zusammenklebt. Auch manche Rundkornsorten werden klebrig, sind aber nicht mit Klebreis identisch und verhalten sich in Rezepten anders.
Beim Abkühlen verfestigt sich die Stärke und die Feuchtigkeit verteilt sich neu. Dadurch können sich die Körner fester und trockener anfühlen. Viele Reisgerichte lassen sich am besten mit etwas zusätzlicher Flüssigkeit bei schwacher Hitze erwärmen, damit sie wieder lockerer werden.
Eine knusprige Schicht entsteht, wenn gegarter Reis mit ausreichend Fett längere Zeit den heißen Pfannenboden berührt und dort bräunt. Während die Unterseite Feuchtigkeit verliert und röstet, bleiben die Körner darüber weich.
Manchmal, allerdings verändert sich dabei meist die Konsistenz. Langkorn-, Rundkorn- und Klebreis nehmen Flüssigkeit unterschiedlich auf und geben verschieden viel Stärke ab. Das beeinflusst sowohl die Cremigkeit als auch die Klebrigkeit des Gerichts.
Überlegen Sie zuerst, welche Konsistenz das Gericht haben soll. Wählen Sie dann die Reissorte und Zubereitungsart, mit denen sie sich am besten erreichen lässt. Stimmen diese Grundlagen, lassen sich Gewürze und weitere Zutaten leicht darauf abstimmen.

